Urheberrecht und das Recht am eigenen Bild

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Respektieren Sie das Bild-, Nutzungs- und Urheberrecht

Nach der Sensibilisierung durch die DSGVO (Datenschutzgrundverordnung) kommen immer wieder Fragen auf, welches Bild wie verwendet werden darf. Da dies eine sehr umfangreiche Thematik darstellt, haben wir Ihnen das Wichtigste in diesem Artikel zusammengefasst.

Bild-, Nutzungs- und Urheberrecht

Vorab erst mal ein Grundsatz:

Achten Sie das Eigentum an digitalen Bildern ebenso, wie Sie das Eigentum an körperlichen Gegenständen anderer respektieren. Jeder Mensch darf selbst bestimmen, ob das entstandene Bild oder die entstandenen Bilder veröffentlicht werden dürfen. Ob spontan entstandene Fotos, Bilder aus vereins- bzw. unternehmensinternen Fotosessions, im Internet erworbene Bilder oder Fotos von einen Fotografen – eine kurze Recherche trägt schon häufig dazu bei das Fotomaterial recht sicher zu verwenden. Bei Unsicherheiten gilt: Lieber auf ein alternatives Bild zurückgreifen als unangenehme rechtliche Folgen riskieren oder gleich Abmahngebühren zu bezahlen.

Das Recht am eigenen Bild

In Zeiten, in denen jeder Moment in einem Schnappschuss festgehalten werden kann, bedeutet dies nicht auch automatisch, dass Sie dazu berechtigt sind diese Bilder zu veröffentlichen. Denn Aufnahmen von Personen fallen unter das Recht am eigenen Bild. Dieses Bildrecht gibt den abgebildeten Personen die Befugnis, über die Veröffentlichung und Verbreitung solcher Aufnahmen zu bestimmen.
Fehlt die Einwilligung, kann dies unter Umständen teuer werden.

Die Verwendung und Veröffentlichung von Bildaufnahmen ist in Deutschland nur unter der Einhaltung verschiedenster rechtlicher Vorschriften zulässig. Zu diesen Vorschriften zählen insbesondere das Recht am eigenen Bild sowie das Urheberrecht für Bilder.

Ausnahmeregelungen, ohne entsprechendes Einverständnis der Abgebildeten:
  • Öffentliche Versammlungen und Großveranstaltungen, jedoch kein Einzelbild daraus. (Und Achtung: Private Veranstaltungen fallen nicht darunter)
  • Personen als Beiwerk / Passanten wenn ein Objekt im Vordergrund steht
  • Höheres Interesse der Kunst, ist ggf. Einzelfallabhängig
  • Bildnisse der Zeitgeschichte
  • Personen des öffentlichen Lebens im Rahmen Ihrer Arbeit (u.a. Politiker)
  • Rechtspflege und öffentliche Sicherheit durch Polizei oder staatliche Behörden (Fahndungsfoto)

Die Nutzungsrechte bei Fotos vom Fotografen

Die Rechte zur Bildnutzung liegen erst einmal nicht, wie häufig angenommen, beim Auftraggeber, also in diesem Fall dem Unternehmen, oder den abgebildeten Personen, sondern beim Urheber, also dem Fotografen. Mit der Entstehung des Bildes ist es automatisch geschützt, ohne dass der Schöpfer das Urheberrecht irgendwo anmelden muss. Anschließend kann der Fotograf anderen ein Nutzungsrecht für die Fotos gewähren. Dies geschieht unabhängig vom Recht am eigenen Bild der abgebildeten Person, welches weiterhin zu beachten ist.

Die rechtliche Grundlage zur Einräumung von Nutzungsrechten ist das Urhebergesetz. § 31 Abs. 1 UrhGbesagt: “Der Urheber kann einem anderen das Recht einräumen, das Werk auf einzelne oder alle Nutzungsarten zu nutzen (Nutzungsrecht). Das Nutzungsrecht kann als einfaches oder ausschließliches Recht sowie räumlich, zeitlich oder inhaltlich beschränkt eingeräumt werden.” Wichtig ist also nicht nur der Erhalt des Nutzungsrechts an sich, sondern auch der Umfang des vom Urheber gewährten Nutzungsrechts.

Download:
Uneingeschränktes Nutzungsrecht
Eingeschränktes Nutzungsrecht